Bildung im Islam
Ueber Jahrhunderte war islamische Bildung traditionell verankert in der Medrese, der sogenannten Koranschule.
Diese Schulen dienten in erster Linie dem Studium des Koran, sie lehrten aber auch Grammatik, Logik sowie islamisches Recht. Generell reflektieren die Lerninhalte an einer Medrese Anliegen und Fragen, die fuer Muslime bis heute relevant sind.
Die Anfaenge dieser Schulen gehen zurueck auf den Propheten Mohammed und die Offenbarung des Koran. Ab dem elften Jahrhundert war die Medrese die bedeutendste Lehrinstitution fuer Muslime und umfasste Unterkuenfte fuer Studenten und Lehrer, eine Moschee, eine Bibliothek und das Mausoleum des Stifters der Schule.
In der Sprache der Paschtunen heissen Studenten der Islamschulen ?Taliban?, ein Begriff, der erst seit dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan 1979 fuer jene Fundamentalisten gebraucht wird, die sich in den Medresen der Indoktrination und Radikalisierung unterzogen, was weithin ein negatives Licht auf islamische Schulen geworfen hat.
Heute sind staatlich orientierte, saekulare Schulen und Universitaeten massgebliche Bildungseinrichtungen, nachdem sich das Bildungswesen in vielen Teilen der islamischen Welt bereits im 18. und 19. Jahrhundert an europaeischen Vorbildern zu orientieren begann.
Dennoch sind die Schulen, in denen Kinder den Koran auswendig lernen, immer noch attraktiv, da sie auf Traditionen zurueckgreifen, welche tief in der islamischen Kultur verwurzelt sind.
Tags: Bildung im Islam